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Ostern – der Tod ist nicht das Ende

In der Woche vom 8. bis 12. April 2019, also in der Woche vor den Osterferien, wurden die Schüler/ innen der katholischen und evangelischen Religionsklassen in besonderer Weise auf die Karwoche und das Osterfest eingestimmt. In jeder Jahrgangsstufe wurde eine Besinnung, die unter einem bestimmten Thema stand, durchgeführt. Passend dazu wurde in jeder Andacht ein Leintuch gestaltet. Vorbild dafür war das Hungertuch, das in der Fastenzeit die Darstellungen von Jesus bedeckt. Am Freitag vor den Osterferien wurde das Tuch von den 9. Klässlern/ innen in ihrer Andacht fertiggestellt.

Das Tuch zeigt die Bedeutung von Ostern auf. Auf den ersten Blick sieht man, dass der Farbverlauf nach links oben aufhellt.
Dunkel waren im Leben von Jesus seine Verurteilung, die Qualen, der Weg nach Golgotha und sein Tod am Kreuz. Die 9. Jahrgangsstufen haben überlegt, welche dunklen Zeiten es in ihrer, in unserer Gegenwart gibt. Symbolisch dafür findet man auf dem Tuch Begriffe wie „Krieg“, „Streit“, „Arbeiten“, … in schwarzer Farbe. Als Kontrast dazu gibt es viele Herzen in roter Farbe, denn die 5. Klassen überlegten sich unter dem Thema „Ich reiche dir die Hand“, wie sie anderen Menschen in Not helfen könnten. Denn auch Jesus bekam auf seinem Weg nach Golgotha die Wertschätzung seiner Freunde zu spüren, indem sie weinten und Veronika ihm ein Tuch reichte.
Die beiden gegenüberliegenden Felder in schwarz und rot zeigen, dass auf negative Situationen immer mit einer positiven Geste reagiert werden kann. Man muss aber aus der Ohnmacht, die einen in schlechten Zeiten manchmal lähmt, erwachen. Man sieht, dass die Fußspuren diagonal über das Tuch gehen. Sie beginnen rechts unten in dunklen Farben, denn die 6. Klassen befassten sich mit dem Thema „Kein Ausweg“. Jesus befand sich nach seiner Verurteilung in eben dieser Situation. Doch anstatt in seiner Verzweiflung aufzugeben, vertraute er fest auf Gott. Er hatte die Hoffnung und den Glauben, dass Gott bei ihm ist. So konnte er sein Schicksal annehmen. Diesen Gedanken sieht man an den nach oben gehend immer bunter und lebendiger werdenden Fußspuren. Die 6. Klässler/ innen überlegten sich, welche ausweglosen Situationen sie schon erlebt haben und wie sie eine Lösung gefunden haben.

Eine Lösung für eine „Einbahnstraße“ in unserem Leben können wir nach sorgfältigem Überlegen und mit Hilfe anderer finden. Vielleicht müssen wir dazu Umwege gehen, aber es geht weiter, ganz nach dem Motto „Komm, wir gehen ins Leben“. Deshalb haben die 10. Klässler/ innen links oben ein goldenes Ei gestaltet. Gold symbolisiert das wertvollste Gut und in diesem Fall die Hoffnung. Für die schlimmste aller Situationen – nämlich den Tod – gibt es aber keinen Ausweg. Wir müssen alle diesen Weg gehen, so schmerzhaft er ist. Aber das Besondere ist: für uns gibt es auch hier eine Lösung – die Auferstehung. Nach dem Tod ist nur unser weltliches Leben zu Ende. Unsere Seele findet dann aber bei Gott seinen Platz. Weil wir die Auferstehung so schwer begreifen können, wurde das Ei gestaltet. Das Ei ist ein Zeichen für das Leben, denn das Ei wirkt zuerst leblos. Es trägt ein Geheimnis in sich. Niemand kann sehen, was in dem Ei passiert, bis das Küken die Eierschalen anpickt und herausschlüpft. Es beginnt ein neues Leben. So können wir uns die Auferstehung vorstellen. Die Hoffnung, dass das Leben nach dem Tod nicht zu Ende ist, ist der wichtigste Gedanke unseres Glaubens. Mit dieser Hoffnung und im Vertrauen daran ist auch Jesus gestorben.

Dieses Vertrauen haben auch wir hoffentlich immer.