Besuch der ehemaligen Synagoge in Oberdorf

Am Donnerstag, den 22. Januar, besuchten die drei 10. Klassen der Realschule Bopfingen im Rahmen eines Lerngangs die ehemalige Synagoge in Oberdorf. Der Besuch war Teil der Unterrichtseinheit „Gegen das Vergessen – Für eine verantwortungsvolle Zukunft“ und diente der Vorbereitung auf die Gedenkfeier des Bildungszentrums für die Opfer des Holocaust am 27. Januar 2026.

Frau Walter, ehemalige Lehrerin an der Realschule Bopfingen, gab den Schülerinnen und Schülern tiefgreifende Einblicke in die jüdische Geschichte im Ostalbkreis, insbesondere in Oberdorf und der näheren Umgebung. 

Dabei wurde deutlich, welche wichtige Rolle die jüdische Gemeinde über viele Jahrhunderte in Oberdorf spielte: Zeitweise war sie genauso groß wie die christliche Gemeinde, viele der jüdischen Einwohner arbeiteten als Viehhändler und waren fest in das dörfliche Leben eingebunden.

Besonders erschütternd waren die Berichte über die Ereignisse während der Zeit des Nationalsozialismus. Im Dritten Reich wurden jüdische Menschen aus Stuttgart nach Oberdorf zwangsumgesiedelt und in vier sogenannten „Judenhäusern“ auf engstem Raum untergebracht. Sie durften kaum persönliche Besitztümer mitnehmen. Von dort aus wurden sie in vier Deportationszügen in den Jahren 1941 und 1942 in die Vernichtungslager im Osten deportiert. Keiner der deportierten Menschen überlebte.

Der Besuch der ehemaligen Synagoge als authentischem Lernort machte die historischen Ereignisse für die Schülerinnen und Schüler besonders greifbar. Er verdeutlichte eindrücklich, wie wichtig Erinnerung, Verantwortung und der Einsatz gegen Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit für die Zukunft sind.

Begleitet wurde der Lerngang von Freiherr Michael von Thannhausen, dem Vorsitzenden des Trägervereins der ehemaligen Synagoge Oberdorf.